… durfte das Hinterrad im März auch gleich eine Entziehungskur machen. Flugs dazu einen Innenabzieher gekauft. Und weil man ja nie weiß, wozu man das Geraffel noch so brauchen kann, musste es gleich ein Abzieherset von Hazet sein. ABER VORSICHT. Name schützt vor baulichen Mängeln nicht. 
So schön das Kästchen auch ist… der kleinste Abzieher ist schlicht zu weich. Wenn genügend Spannung auf der Spannschraube liegt (und weil sie ja so heißt), rutscht er gerne schon mal durch. Alle Radlager (und später auch alle Lagerschalen des Lenkkopflagers) saßen bei meiner Hübschen hübsch fest. Und es nervt einfach, den Abzieher fünf mal hintereinander einzurichten bis es plopp macht. Also beim Kauf genau geschaut,wie stabil die Flanken am Konus des Abziehereinsatzes ist – es lohnt sich!
Wichtistes Hilfsmitte Nummer Zwei: ein Heißluftgebläse. Ohne das – so hats schon die Aktion in der Fahrzeugakademie gezeigt – funzt das Abziehen nicht.
Mangels Platz wurde das Hinterrad kurzerhand bei Schwiegerpappa im Keller zerlegt.
Innenabzieher angesetzt…
Brettchen untergelegt…
Am Schräubchen gedreht…
Knirsch!
Gebrochenes Brettchen ausgewechselt und weitergedreht…
Der Nabe mit dem Fön ordentlich Feuer unter ihrem sexy Körper gemacht und PLOPP! Geht doch.
Wunderbar und ohne Schäden am Material. So kann es gerne weiterlaufen. Die Nabe also umgedreht und das ganze nun auch von der Außenseite unter dem Zahnkranz (578) wiederholt.
Wieder: PLOPP. (Der Tag war ein guter Tag)
Was dann allerdings kam war erschütternd: STINKENDES RANZIGES FETT in den Lagern (Pfui Deiwi). Guckst Du hier:
und hier:
So einen Dreck will ich am neuen Moped verständlicherweise natürlich nicht mehr sehen. Also weg damit. Gott sei Dank gibt es in Würzburg (was so in Schlagdistanz von Schwiegerpappas Home liegt) die freundliche Firma Max Lamb GmbH & Co. KG, die gegen gutes Geld gute SKF-Lager verkauft.
98 Euronen ärmer aber mit allen Lagern der Zündapp bewaffnet konnte ich dem braven Handelsmann zum Abschied ein lächelndes “Tschöööööö” auf den Weg geben. Herrlich die Erfindung von Normteilen. Allerdings gabs das 6203 Z Rillenlager (566) nicht mehr sondern nur die beidseitig gekapselte 2Z-Version. Macht eigentlich nix, da sich die zweite geschlossene Seite bei Bedarf mit einem Schraubendreher öffnen lässt. Mal sehen, ob das überhaupt sein muss.
Hier der Vergleich alt gegen neu:
Wie auch beim Vorderrad werden die beiden Radlager (566) von zwei Distanzscheiben (570 & 571) und einem Distanzrohr (569) bei Laune und Abstand gehalten. 570 und 571 sind unterschiedlich stark. Wie es richtig aussehen soll, verrät folgendes Bild:
Auf der rechten Seite müsst Ihr Euch die Bremstrommelseite der Nabe vorstellen, auf der linken Seite liegt der Zahnkranz. Damit nix schiefgeht beim Zusammenbau… in fünf bis zehn Jahren






Hallo tissi44,
ich habe deine Ausführungen mit Intresse gelesen. Ich stehe gerade vor dem Problem, dass ich die Hinterachsführung zusammenbauen muss. Leider habe ich alle Teile einzeln in einem Karton bekommen. Laut ET- Katalog ist wohl auch alles dabei. Leider habe ich nicht die geringste Ahnung in welcher Reihenfolge die Eizelteile montiert werden. Kannst du mir ein Foto oder eine Skizze schicken?
Danke
Holger
Hallo Holger,
erst einmal sorry, dass ich Dir jetzt erst schreiben kann. Ich weiß, das gehört sich nicht auf ne nette Mail nicht zu antworten. Bei mir ist in den letzten Monaten einiges durcheinander gekommen, so dass ich kaum noch zum Schrauben kommen.
Vielleicht brauchst Du die Antwort ja gar nicht mehr, trotzdem ein kleiner Hinweis auf die Abfolge der Teile im Hinterrad. Ich hab Dir mal die passende Seite aus dem Handbuch beigefügt. Das ganze sieht verwirrender aus, als es eigentlich ist. Das Hinterrad läuft in insgesamt 3 Schichten/Ebenen. Ganz innen steckt die Achse (584). Sie steckt in einem Rohr 567, an dessen Ende eine Rundmutter fest verschraubt ist. Auch dieses Rohr mit der Mutter bewegt sich im Fahrbetrieb nicht. Es steckt in den beiden Achslagern 566. Damit die beiden Lager den richtigen Abstand voneinander haben, dient das Rohr 569 und die beiden Scheiben 570 & 571 als “Abstandshalter”. Bitte beachte, dass die beiden Scheiben auf diesem Bild 570 & 571 (m.E.) am falschen Ort gezeichnet sind. 570 gehört LINKS vom Lager 566 rechts und 571 gehört RECHTS vom linken Lager eingebaut.
Beginn am Besten mit den Scheiben und dem Lager auf einer Seite. Zuerst von der linken Seite der Nabe: 571, dann das linke Lager 566, dann den Filzring 57, dann die gewölbte Scheibe 573.
Als nächstes dann die rechte (Innen)Seite der Nabe: Zuerst das Rohr 569 einschieben. Dann die Scheibe 570. Drauf das Lager und die beiden Scheiben 574 & 575. Das sind die Teile, die inn der Nabe fest verbaut sind und sich drehen. Schieb dann das Rohr 567 (Rundmutter ist links) von links in die Nabe. Der Filzring schließt die Rundmutter ab.
Als nächstes kümmer Dich um das Ritzel 578. Steck zuerst von der Innenseite des Ritzels die Hülse 580 rein. Dreht sich locker und darf nicht stramm sitzen. Steck die beiden Scheiben 581 & 582 von AUßEN auf die Hülse (581 ist die dickere Scheibe) und sicher das Ganze mit dem Sicherungsring 583. Das ganze Ritzel, so wie Du es jetzt hast, wird auf die Nabe geschraubt. Die Hülse 580 dreht sich im Fahrbetrieb allerdings nicht.
Als nächstes steck die Bremsankerplatte auf das Rohr 567 und sicher sie mit der Mutter 576. Wenn genügend Abstandsscheiben verbaut sind (575) sollte sich die Nabe frei drehen und nicht am Bremsteller schaben.
Zu guter Letzt den linken Kettenspanner auf die Achse schieben, die Achse durchstecken,585, 587 aufstecken und die Achsmutter aufschrauben. Fertig. So einfach war das
Ich hoffe, es hilft Dir etwas weiter. Wenn Du noch fragen hast, meld Dich bitte. Ich verspreche und gelobe auch, mich schneller zu melden.
Großes Indianerehrenwort.
Viele Grüße, einen schönen Abend und gutes Schrauben!
Tissi