… ist nicht so mein Ding. Daher hatte ich mich vor ein paar Jahren entschlossen, den Kabelbaum vollständig zu ersetzen. Ich hatte mir dazu vom einschlägigen Kabelbaufabrikanten einen machen lassen. Ob er jemals eingebaut werden wird, weiß ich noch nicht. Irgendwie sieht das nachgefertigte Teil anders aus, als das Original. Wirklich ANDERS. Aber der Reihe nach.
Nach dem Lösen aller Kabel vom Rahmen und den Anbauteilen, lässt sich der Kabelbaum am Besten zusammen dem Scheinwerfer (616) demontieren. Auf der Werkbank lassen sich die einzelnen Kabel einfacher aus dem Scheinwerfergehäuse frimeln – nicht dass noch das Scheinwerferglas runterfällt oder so. Um den Scheinwerfer jetzt abzunehmen müssen einfach die beiden Sechskantschrauben (603) an den beiden Scheinwerferhaltern (383 & 384) gelöst werden. Aus unerfindlichen Gründen sind das übrigens keine Normteile. Kamen wohl damals vorkonfektioniert mit dem Hella- oder Bosch-Scheinwerfer. Also lieber noch mal nachmessen, bevor sie in die große Kiste zur Weiterverarbeitung kommen.
Nimmt man den Scheinwerfer dann ab, hat man so etwas in der Hand:
Erinnert irgendwie an einen Kraken. Mmmmhhh. Vor allem kann man das arme Tier genüsslich am Kopf öffnen. Dort sieht es SO aus:
Und genau SO hatte ich mir das nicht vorgestellt. Der Kabelsalat außen war nur ein müder Abklatsch von den Zuständen innen. Alle Kabelklemmen waren mehrfach geöffnet worden. Die Schrauben, mit denen die Kabelenden in den Klemmen gehalten werden, zeugen vom brachialen Einsatz unsachgemäßer Werkzeuge. … und insgesamt sah`s da drinnen aus, wie bei Söhlmanns unterm Bett!
Das vor Augen, war klar, dass ich mich nicht auf den Verkabelungsplan aus der Betriebsanleitung verlassen kann. Also daher nun Plan “B” – und der lautet, Stück für Stück die jeweiligen Kabel identifizieren, sie mit bunten Klebepunkten markieren, die markierten Leitungen in ein Schema eintragen, dort die gleichen Farbkodierungen benutzen, ausreichend Fotos machen und danach erst (und wirklich erst danach), die einzelne Leitung abschrauben. So wie hier:
Dann hier:
und so fort:
Auf dem letzten Bild kann man sehr schön die original Tachowelle von VDO erkennen. Sie ist zwar hoffnungslos versifft, funzt aber noch tadellos. Ich glaube mit einer Neuschmierung und ein wenig Poliermittel sollte sie wieder zu verwenden sein.
Das schließlich entstandende Schaltschema seht Ihr hier (Nee. Ihr seht es noch nicht. muss morgen noch mal in der Firma einen Scan machen. Ich liefer es nach. Großes Indianerehrenwort!) Vorher müsst ihr mit einem groben Foto auskommen:
Bestandsaufnahme!
Das Scheinwerfergehäuse ist in exzellentem Zustand. Keine Beulen, kein Rost. Das ist schon mal GUT. Daran zu dengeln versaut den Tag. Auch die Haltebügel für die Kabelbäume im Innern sind nicht ausgeleiert oder bös verbogen. PLUSPUNKT! Der Tacho funzt, ist aber schon arg ramponiert. Das gute Stück kommt ganz am Schluss dran, muss aber noch richtig aufgearbeitet werden. Der Kabelbaum selbst ist Schotter:
Vielleicht taucht er noch als Muster für eine Nachfertigung. Der Neue im Regal sieht zumindest anders aus. Irritierend daran: Der Herr Nachfertiger macht keinen Unterschied zwischen einem Kabelbaum mit mechanischem Abblendlicht (bis Fahrgestellnummer 753226) und einem mit elektrischem. Bei ihm alles das Gleiche. Naja. Kann man ja als kleiner Bub auf der Veterama 1840 nicht ahnen.
Der Reflektor ist etwas blind geworden, kämpft aber mehr noch mit Rostbefall am Rand
und vor allem auch auf der Reflektorseite. In der Oldtimer Markt inseriert regelmäßig ein Neubeschichter für Reflektoren. Kennt den jemand? Wenn ich keinen Ersatz für den Spiegel bekomme, muss der Mensch wohl mal ausgetestet werden.
Was noch? Nun der Schlüsselschalter hat schon mal besser ausgesehen. Dort wo er aus dem Scheinwerfergehäuse rausspitzt, hat er böse Rost angesetzt, der sich aber wegschleifen lassen sollte.
Der Scheinwerferverschlussring (es lebe das Beamtendeutsch der 50er!) – also der hübsche Chromring um den Lampentopf ist weder hübsch noch hat er Chrom auf sich. Hier ist Ersatz gefragt. Ausbeulen ist bei Teilen wie diesen etwas schwierig. Mal sehen, was die Stemmlers dieser Welt noch so an Bosch-Ersatzteilen vorrätig haben.
Also kurz: auf zu neuen Abenteuern!













