… gehören und gehörten beim Kradfahren einfach zusammen. (Nein, nein. Keine Angst. Jetzt kommt kein Ausflug in die Fetischecke! Hier geht`s um Dichtung
)
Zugegeben, der Gebrauch von Leder hielt sich an der DB201 – im Gegensatz zu ihren Vorgängern – in Grenzen. Lack, vor allem schwarzer, wurde kiloweise aufgetragen. Dagegen findet sich Leder nur noch einer einzigen Stelle. Und zwar in Form eines winzigen Lederrings, der die Tachowelle gegenüber dem Tachoantrieb abdichtet. Das Ding ist so aberwitzig klein, dass sich der Zeichner, der die Abbildungen der Ersatzteilliste gezaubert hatte, nicht einmal die Mühe machte, es einzeln aufzuführen. Ich glaube, dass es bislang auch kaum einen Restaurierer interessiert hat. Mich zumindest hätte dieses Thema nicht vom Hocker gerissen, wäre ich nicht bei der Demontage des Tachoantriebs auf das hier gestoßen:
Dies hier sind die Fragmente von 1236 z 56, wie sie als schwarze harte Masse vom Mitnehmer-Zapfen am unteren Ende der Tachowelle (611) bröselten.
Wie der der Ring einmal ausgesehen hat, ob senkrecht oder als flache Scheibe, lässt sich nicht mehr erkennen. Gespräche auf der Frühjahrsveterama brachten auch keine Erhellung im Dunkel der Lederszene unserer Derbys. Ich werd mal mit Lederstreifen rumexperimentieren, wenn es an den Zusammenbau des Tachoantriebs geht.
Der Antrieb selbst ist 50-Jahre-typisch konstruiert und simpel in der Technik: Ein Schraubenrad (501) läuft in einer Stahlbuchse. Diese wiederum sitzt in einem Gehäuse aus Duckguss.
Gut zu sehen ist die wendelförmige Schmiernut am rechen Zapfen. Hier läuft das Schraubenrad in der Stahlbuchse. Die Nut versorgt die Konstruktion mit ausreichend Fett über die gesamte Länge des Zapfens hinweg, ausgehend von einem Schmiernippel in der Höhe der Schnecke. Die offene Gabel am rechten Ende wiederum greift in den Zapfen der Tachowelle. Im Gegensatz zu den meisten Nachfertigungen, hat die originale VDO-Welle kaum Spiel in dieser Gabel, was sich beim Verschleiß positiv bemerkbar macht. Eine handelsübliche Nachfertigung schlackert da schon mehr. Die Stahlbuchse (502) selbst sieht so aus:
Die abgeschrägte Kante oben zeigt in den Raum der Bremstrommel und muss dementsprechend beim Einbau in der Lagerbuchse zu sehen sein. Durch die gegenüberliegende Bohrung gelangt das Fett an den Tachoantrieb. Die Lagerbuchse (500) des Antriebs weist bei meinem Exemplar deutliche Riefen im Schneckenkorb auf, die allerdings leicht ausgeschliffen nicht stören sollten.
Nach einer groben Antifett-Kur hatte ich das Ganze kurz noch einmal zusammengesteckt und auf Funktion geprüft – läuft alles ungeschmiert wie geschmiert.
Also ab damit ins Ultraschall-Bad, den sichtbaren Bereich der Lagerbuchse ein wenig aufpoliert (denn ein Bisschen Blinki-Blinki muss sein
) und ab dafür in die “Fertig”-Wanne.
Licht aus. Keller abschließen. Sportschau!


