… hat der Autor mindestens 15 Fehler versteckt. Wer findet sie!
Also um ehrlich zu sein – ich hab die Fehler noch nicht mal versteckt, allerhöchstens mich über sie geärgert. Auch können es auch deutlich mehr als 15 sein. Die ganze Hebelei ist Murks. Von vorne bis hinten. Irgendwer hat sich im Lauf der Jahre den Spaß gemacht, maximal viele Anbauteile am Lenker gegen die möglichst Unpassendsten auszuwechseln. Verchromte Lenkerklemmen, Bremshebel mit dickem TÜV-gerechtem “ichverletzmichniemehr”-Knubbel, Seilzüge mit dem Zauberkreuz – damit der Busen der Süßen nicht wackelt, Klebeband um den Lenker, um zu kaschieren, dass das Magura Gummi zu groß war….. Es sieht alles sehr unerfreulich aus.
Also wieder mal Radikalkur und alles abmontiert. Was nicht originalerweise passt, fliegt auf den Schrott – was noch zu retten ist, wird gerettet.
Als erstes wird der Kupplungshebel entfernt. Dazu dreht man am besten die Stellschraube am linken Motoraufhängeblech (240) lose, so dass man den Nippel des Kupplungszugs (477) aus dem Kupplungshebel (455) aushängen kann.
Vorher nicht vergessen: Foto machen! Dann weiß man, ungefähr wie weit die Stellschraube ursprünglich mal drin war. Danach kann man die drei Madenschrauben (460) am Gelenkstück zur Kupplung (458) raus drehen und die Kupplung vom Lenker ziehen. Einfach!
Überraschender Weise war bei mir ein Hebel mit nur 2 Madenschrauben eingebaut. Na Toll – Fehler Nr. 16!!!!
Der kombinierte Magura Bremshebel/Gasdrehgriff ist ein klein wenig komplizierter aufgebaut. Hier muss zuerst einmal das Gummi vom Drehgriff entfernt werden. Im Fall meiner Derby kein Problem, da der Gummigriff nur noch brösel war. Allerdings bedeutete das, dass Griffrohr (448) im Lauf der Jahre einiges an Wasser abbekommen hatte und schlicht gut verrostet war.
Den Gummiüberzug des Gasdrehgriffs bekommt man normalerweise nur mit einem Trick ab. Unter ihm, recht weit am äußeren Ende des Drehgriffs liegt eine Linsenschraube versteckt, die die Abschlusskappe (450) des Griffs hält. Rollt man das Gummi des Griffs dort leicht nach oben, kommt man an die Schraube ran, und kann die Endkappe lösen. Im meinem Fall war auch das nicht schwierig, da das Gummi so zerfleddert war, so dass es eine ungehinderte Sicht auf die Schraube bot, (die irgendjemand übrigens gegen eine Innensechskantschraube (Pfui Deivi!) ausgetauscht hatte.
Schraube gelöst, Endkappe abgenommen, bröseliges Gummi abgenommen, Griffrohr abgedreht und flugs hat man freien Blick auf den Gleitstein.
Dieser kleine Bursch sorgt dafür, dass die radiale Bewegung des Griffrohrs in eine axiale Bewegung des Zugs umgewandelt wird. Der Gleitstein (daher auch sein Name) gleitet an einer wendelförmigen Führungsnut im Innern des Griffrohrs. Damit alles flutscht, sollte er gut gefettet sein, was er, wie auf diesen Bildern zu sehen ist, bei meiner Süßen auch war.
Um den Gaszug aus dem Gleitstein auszuhängen, ist Vorarbeit nötig. Ähnlich dem Kupplungszug, muss auch hier das andere Ende des Zugs gelöst werden -hier im Inneren des Vergasers am Gasschieber (92). Aber Vorsicht!!! Die große Überwurfmutter (89), die den Vergaserdeckel (90) festklemmt, ist empfindlicher als die Queen. Auf keinen Fall mit der Rohrzange dran. Das gibt Brösel! (Mir isses beim zweiten Krad passiert, dass sie mir beim Abdrehen VON HAND auseinander gefallen ist. Superärgerlich).
Also als Erstes (nachdem Fotos gemacht wurden) den Gaszug am Gasschieber ausgehängt und dann den Zug in Richtung Lenker raus geschoben. Jetzt lässt sich der Zug auch am Gleitstein aushängen. Die äußere Seilhülle des Gaszugs stützt sich innerhalb des Lenkers gegen einen kleinen Metallblock (Kabelstütze 452) ab. Um diese zu entfernen muss zuerst das Gelenkstück des Bremshebels (456) vom Lenker gezogen werden,
bevor dann die Kabelstütze aus ihrem Sitz entnommen werden kann.
Fertig.
Insgesamt sieht die Hebelei dann so aus:
Ok, ok… es ist der falsche Hebel und wandert ohnehin dahin, wo der Pfeffer wächst – aber so sieht halt der Aufbau aus. Noch ein kleiner Blick auf die Abschlusskappe (450). Die sieht erwartungsgemäß dann so aus:
BRÖSEL! Die Dinger waren von Haus aus aus Druckguss (Magnesium???) und verrotten einfach. Metall ist irgendwie anders.
Fehlt jetzt nur noch der Lufthebel. Dieserjener erwies sich bei mir als geradezu mädchenhaft zickig. Mach Lösen der zentralen Schraube (468) sollte der Deckel/Hebel (465) eigentlich wie von selbst nach oben abgehen. Typischer Fall von “Denkste”. Im Innern des Hebels war so viel altes verharztes Fett, dass sich das Ding nur mit Mühe zum Aufgeben überreden ließ. Auch hier gilt, dass vorab der Zug des Lufthebels erst am Luftschieber (93) gelöst werden muss. Erst dann lässt er sich vom Hebel aushängen.
Hier sieht man, dass der Zug im Uhrzeigersinn (von unten gesehen) halb um den Lufthebel herum geführt wird und dort in einer Vertiefung eingehängt wird. Vorsicht! Nix verlieren. Im Deckel des Hebels befindet sich eine Führungsbuchse aus Stahl samt U-Scheibe aus Federstahl, die den Hebel auf Spannung halten.
Insgesamt also so:
Summa Summarum: Auch heute ist wieder mal ein Tag zum Heulen. Ich werde wohl Abschied von meinen wenigen, getreuen Silberlingen nehmen müssen und sie vermutlich bald zu den Stemmlers dieser Welt tragen und neue Magura Armaturen bestellen. Schnüff.











